Mike Schnoor - Snapchatologe beim #SoMeK

Mike Schnoor – Snapchatologe beim #SoMeK

Die #SoMeK-Abende, an denen die Theorie direkt in die Praxis umgesetzt wird, gehören immer zu den lebendigsten Treffen des Kölner #SoMe-Stammtisches. Selbst bei strahlendem Kaiserwetter fanden sich im September daher hartgesottene Social-Media-Fans zusammen, um sich in die hohe Kunst der Snapchatologie einweisen zu lassen. Snapchatologe vom Dienst war an diesem Tag Mike Schnoor, Senior Partner der Digitalagentur Guts&Glory, der das Treffen mit einer gelungen Mischung aus Zahlen, Daten und Fakten sowie unterhaltsamen Praxiseinheiten rund um das „Mysterium Snapchat“ gestaltete.

Zunächst ging es um die Entstehungsgeschichte der Messenger-App. Diese wurde 2011 in den USA aus der Taufe gehoben und firmierte zunächst unter dem Namen Picaboo mit 127 Nutzerinnen und Nutzern. Schon im Herbst des gleichen Jahres wurde Picaboo in Snapchat umgetauft und verzeichnete bereits 100.000 User. Der Siegeszug geht seitdem unaufhaltsam weiter. Snapchat war 2015 die am schnellsten wachsende Social Media-App weltweit. Es ist das zweitaktivste Netzwerk nach Facebook und verbucht monatlich weltweit 150 Millionen aktive Nutzer. 2,5 Millionen davon sind aktive tägliche User in Deutschland. Jeden Tag werden auf Snapchat zehn Millionen Video-Views gezählt. Aber was ist das Erfolgsgeheimnis der App mit dem kleinen Gespenst als Wahrzeichen, die vor allem bei Teenagern und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren beliebt ist und ausschließlich mobil genutzt wird?

Snapchat ist laut, bunt, exzentrisch – und erfrischend albern

Im Zentrum der Nachrichten steht der Snaper oder die Snaperin selbst: Um eine Bild- oder Video-Message aufzupeppen, wird das eigene Gesicht von der Snapchat vermessen und mit fantastischen Filtern überdeckt: Du schaust als gefleckter Dalmatiner in die Cam und aus deinem Mund ragt eine lange gepunktete Hundezunge. Du spuckst als Einhorn Regenbogen, Du stehst in Flammen und speist Rauch, Du verkündest Deinen Freunden als Reh, Giraffe oder Zebra mit verzerrter Quietschestimme irgendetwas aus Deinem Leben. Dazu gibt es Farben, Formen, Icons, Text und Schriften, mit denen die extravaganten Multimedia-Botschaften noch zusätzlich „getuned“ werden können. Snapchat ist laut, bunt, exzentrisch – und erfrischend albern. Inhalte scheinen weniger wichtig als die Form, in der sie präsentiert werden. Wer es nicht ausprobiert hat, kann es kaum verstehen. Snapchat ist eine App, die man erst erkunden sollte, bevor man ihren Namen in den Mund nimmt.

Einführung in Snapchat

Einführung in Snapchat

Selbstzerstörung binnen Sekunden – Die unerträgliche Leichtigkeit des Vergänglichen

Snapchat zelebriert das Vergängliche in einem digitalen Milieu, das sonst erbarmungslos jeden Erfolg und jeden Fehltritt seiner User bis zum Jüngsten Tag auffindbar macht: Foto-, Bilder-, Text- und Video-Nachrichten haben auf Snapchat eine geringe Lebensdauer. Sie sind nur für ein bis zehn Sekunden sichtbar, und nach spätestens 24 Stunden werden die Snaps für immer gelöscht. Das Netz vergisst eben doch – auf Snapchat. Vielleicht ist es das, was die App bei vielen Nutzerinnen und Nutzern so beliebt macht. Niemand muss damit rechnen, dass Einhorn- oder Mops-Snaps aus der Vergangenheit einen um den nächsten Job bringen, weil Personalchefs im Web darauf stoßen. Das beschreibt die unerträgliche Leichtigkeit des Vergänglichen auf Snapchat.

Damit es nicht ganz so unerträglich ist, bestätigen Ausnahmen auch hier die Regel. Der Spaßfaktor kann durchaus von längerer Dauer sein, denn zumindest eigene Video- oder Bildschnipsel lassen sich über die „Memories“-Funktion speichern. Es besteht zudem die Möglichkeit, auf Snapchat „Stories“ zu erstellen. Das ist etwas für Menschen, die sich besonders gerne im Netz exhibitionieren: Promis, Stars und Sternchen erstellen tagtäglich Snap-Stories für ihre Fangemeinden – und auch immer mehr Unternehmen auf Jungkundenfang springen auf den Zug auf. Stories kursieren auf Snapchat, ohne dass sie als Nachricht an bestimmte Personen verschickt werden müssen. Sie können von Followern innerhalb von 24 Stunden beliebig oft angesehen werden.

No business like Snap-Business

Was das Business auf Snapchat angeht, so ist es für kleine und mittlere Unternehmen nach Auskunft von Mike Schnoor nicht gerade erschwinglich, auf Snapchat aktiv zu werden. Die Kosten für eigene Kanäle mit täglich neuen Snaps oder gar eigenen Firmenfiltern belaufen sich schätzungsweise auf mehrere 100.000 Euro monatlich. Zudem gibt es im Marketing folgendes Dilemma: Während die Budgets der Marketing- und PR-Teams eher stagnieren oder eingekürzt werden, steigt die Anzahl der digitalen Berührungspunkte und Kanäle, über die Unternehmen ihre Zielgruppen für sich gewinnen können – dies gilt besonders für den Social Media-Sektor. Firmen haben die Qual der Wahl. Auf Snapchat sind erst wenige Unternehmen aktiv. Deutsche Firmen, die die Chance auf Kundenansprache in einem relativ jungen und neuen Umfeld bereits nutzen, sind beispielsweise Adidas, der ADAC oder die Urlaubspiraten.


Im Praxisteil des #SoMeK erklärte Mike Schnoor Aufbau, Funktionsweise und Gimmicks der App. Er war

socialhubmag

SocialHub Mag für den #SoMeK

gefragtester Mann des Abends, denn selbsterklärend ist die App leider nicht. All die #SoMeK-Schnipsel gehören nun der Vergangenheit an und sind längst gelöscht. Auch die Snaps mit dem „SocialHub Mag“, das die Gäste des #SoMeK kurz vor dem offiziellen Erscheinungstermin gratis erhielten. Ein passender Zufall, dass die zweite Ausgabe des Social Media-Magazin mit Snapchat als Titel aufmachte.

Fazit: Kommunikativ und amüsant: Der Spaßfaktor bei Snapchat ist enorm. Danke, Mike!

Hier noch ein weiterer Rückblick auf den Abend von Katja Ollech.